Ewiges Eis?

Im Gegenentwurf zu den "Unerwartungen" ist die Serie der Eisformationen frei von der Darstellung menschlicher Figuren, doch auch hier geht es um das Thema Wahrnehmung. Marina Lörwald skizziert ihre Motive zunächst nach Fotos von Eisbergen und Gletschern. Deren imposante Erscheinung ist präsent, ebenso die Auseinandersetzung mit kühlen Tönen gegen Weiß. Doch erneut befreit sich die Künstlerin vom ursprünglichen Motiv, indem sie den Blick auf Strukturen focussiert und diese von verschiedenen Seiten bespielt. Sie verzichtet auf topografisch zu benennende Landschaftsbilder. Das Groß der Bilder ist dynamisch angelegt. Über das Wechselspiel von Licht und Schatten sowie diagonal verlaufende Schwünge erzielt die Künstlerin Plastizität und Bewegung. Stufen eines langwierigen Prozesses erscheinen im Zeitraffer gebündelt.

 

Ausschnitt aus einem Text von Frau Dr. Angela Wilms-Adrians


GALERIE | EWIGES EIS